Kill Girl - Tödliches Verlangen von A.R. Torre


*Rezensionsexemplar


„Deanna Maddens Leben funktioniert, solange sie die Regeln befolgt: 

1. Verlasse niemals die Wohnung. Nicht in einem Notfall. Nicht, um Besorgungen zu machen. Die Tür bleibt verschlossen. Immer. 

2. Entwickle niemals Gefühle für einen Kunden. Ziehe dich aus, stelle dich vor die Kamera und performe. Hüte ihre Geheimnisse. Wenn sie dich fragen, erzähle ihnen Lügen. 

3. Töte niemanden. 

Diese Regeln befolgte Deanna seit drei Jahren, und ihr Leben funktionierte. Bis sie anfing, die Regeln zu brechen …“


2020 mit einem guten Buch beendet und das neue Jahr 2021 mit einem guten Buch begonnen. So gefällt mir das. Kill Girl habe ich direkt in einem Rutsch durchgelesen. Ich konnte es keine Sekunde aus den Händen legen, es hat mich richtig gefesselt.

Deanna ist ein Camgirl mit einem sehr tödlichen Verlangen. Sie hat beschlossen, sich nicht aus ihrer Wohnung zu entfernen, ihren Job zu machen und so ihre Triebe vor der Außenwelt fernzuhalten. Für mich war es sehr interessant, in das Geschäft des Camens reinzuschnuppern, es ist ein Job wie jeder andere. Man verdient damit seinen Lebensunterhalt. Punkt. Die Autorin schafft eine sehr detaillierte Umgebung rund um Deannas Job, da knistert es definitiv in der Luft. Was ich mochte war, dass es zwar sehr viel Erotik gibt, aber nicht so plump beschrieben wurde von der Autorin.
Die Protagonistin, Deanna, war mir sehr sympathisch und ich mochte sie - trotz ihre Mordtriebe. Sie ist jung, selbstbewusst, strukturiert und irgendwie nett. Dämonisch nett. Irgendwie war es auch ein zwiegespaltenes Gefühl, da sie ja trotzdem irgendwie unheimlich ist und Morde begegnen möchte. Als Leserin habe ich mich natürlich daran versucht, hinter Deannas Fassade zu schauen und zu ergründen, woher diese Triebe kommen. Was man in einigen Kapiteln noch über sie erfährt ist echt erstaunlich. Es ist auf jeden Fall ein richtiger Mindfuck, dahinter zu steigen, wieso Personen so sind wie sie sind.
Sympathie überwiegt hier aber sehr krass die Antipathie. 

Die Kapitel wechseln sich immer mal wieder mit anderen Charakteren ab. So erfährt der Leser mehr Informationen über ihn (den wahren Bösewicht), Jeremy (den Paketzusteller von Deanna), Annie (ein 6 Jahre altes Mädchen) und noch einigen anderen Charakteren. Alles in allem war es ein total gutes Buch und der Aufbau war auch sehr logisch. Der Schreibstil ist flüssig, spannend, humorvoll und an vielen Stellen düster. Es gab auch einige Fachbegriffe aus der Erotik-Szene, die näher erläutert wurden. Unglaublich interessant. 
Das Cover von Kill Girl ist auch sehr ansprechend und passend zum Inhalt gestaltet. Ein echter Hingucker.

Ein tolles und spannendes Buch übers Morden, mit einer wahnsinnig interessanten Protagonistin! Klare Empfehlung meinerseits. 



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